 |  | Bergvölker - Bilder und Begegnungen |  |  | Hommage an das einfache Leben
Das Bild ist flüchtig, zum Teil schon vergangen. Doch einer, der in 30 Jahren auf rund 100 Reisen so viele Details wie sonst kaum jemand gesehen hat, hat es festgehalten, bevor es verweht - das Bild der Bergvölker dieser Erde. Reinhold Messner zeigt es uns in Wort und Fotografie. Bergvölker heißt sein Buch, das unzählige Mosaiksteinchen aus dem Alltag der Kurden wie der Hunza, der Massai und der Südtiroler Bergbauern vereint.
Messner - selbst einer von ihnen, erzählt - analysiert, porträtiert und kommentiert Fotos aus allen Teilen der Welt. Monatelang hat er das Leben mit diese einfachen Menschen geteilt und gespürt, dass ein Gleichklang sie alle mit seinen eigenen Vorfahren verbindet. Lebensgewohnheiten, Arbeitsweisen und Überlebensstrategien stehen im Vordergrund, wenn vom Wasserrecht der afghanischen Tadjiken am Fuß des Hindukusch die Rede ist, von religiösen Traditionen beim Besuch in Ladakh, der letzten Hochburg des Lamaismus, von Kulturdenkmälern, wie der Burg der Könige von Hunza zwischen Karakorum und Himalaja, oder von der bedrückenden Armut in den Hochtälern der peruanischen Anden und den uralten Speiseriten der Südtiroler Bergbauern. Kurze Kapitel werfen Schlaglichter auf persönliche Erlebnisse, auf gute Freunde und Erinnerungen, aber auch auf den Strukturwandel im Lauf der Jahrhunderte, auf politische und wirtschaftliche Bedingungen und damit auf gewaltige Gefahren und winzige Chancen. Denn dieses "herbe, aber zeitlose Paradies", "diese Welt voller Harmonie und Würde des Menschen", in der die Bevölkerung jahrhundertelang lebten, geht unter. Dennoch hat Messner mit "Bergvölker" keinen Abgesang auf die Kultur der Bergregionen geschrieben, sondern eine facettenreiche Dokumentation und gleichzeitig eine eindrucksvolle Hommage an das einfache und demütige Leben im Glanz und Schatten der Berge.
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